AM FRIEDRICHSHAINER MØBELTURM | Der Neubau

[AM FRIEDRICHSHAINER MØBELTURM | Der Neubau (das Konzept als PDF)]

Die Idee des bespielten Hofes

Der neu zu schaffende Kulturhof „Am Friedrichshainer Møbelturm“ soll einerseits die klassischen Möglichkeiten der innerstädtischen Freizeitgestaltung bieten: ein gastronomisches Angebot, Spielen, Tanzen und Spa­zie­ren. Andererseits soll die künstlerische Gestaltung eine wichtige Rolle spielen: Intensiv betreut und bespielt soll der Hof einen deutlichen Mehrwert für das Leben im Samariterkiez bieten. Im öffentlichen Bereich, auf der Freifläche und in den angrenzenden Innenbereichen können Projekte unterschiedlichster Art realisiert werden.

NUTZUNG VORHANDENER KAPAZITÄTEN

Der Kulturhof „Am Friedrichshainer Møbelturm“ soll nicht sich selbst überlassen, sondern aktiv betreut werden. Mit unterschiedlichen sozialen und kulturellen Angeboten und in Zusammenarbeit mit lokalen Trägern sollen zusätzliche kreative Konzepte entwickelt werden, die den Kiez beleben.

Den Ausgangspunkt bildet die Anknüpfung an und Nutzung von vorhandenen Kapazitäten in vielerlei Hinsicht. So sollen bei der baulichen Neuplanung bzw. Sanierung nicht nur die örtlichen Gegebenheiten mit einbezogen werden – wie architektonische Strukturen und historische Baustoffe. Auch die ansässigen Institutionen, Vereine, Handwerker und Künstler werden in die zukünftige Gestaltung und kulturelle Nutzung aktiv einbezogen. Das heißt ganz konkret:

  • Planung einer stetigen Bespielung des Kulturhofes durch ein Gremium aus aktuellen Nutzern und Stadtraumnutzung e.V.
  • Ausführung und Betreuung der jeweils aktuellen Projekte durch BUF e.V.

Stadtraumnutzung e.V. führt hier seit mehreren Jahren Kulturveranstaltungen und verschiedene, öffentlich geförderte Projekte durch und hat sich im Zuge dessen ein umfängliches Netzwerk von Kulturschaffenden aufgebaut. BUF e.V., als wesentlich größerer Partner, ist mit über zwanzig Angestellten und Mitarbeitern seit mehr als zwei Jahrzehnten im Bereich der Erwachsenenbildung tätig und stellt unter anderem verschiedene Werkstätten (Fahrräder, Holz, Mode, Handwerk), Räume für die Jugendarbeit, für lokalhistorische Forschungen sowie für Hausaufgabenhilfe und Kinderfreizeitprojekte zur Verfügung. Auch weitere Vereine werden involviert und eingeladen, in verschiedenen Bereichen auf dem Hof aktiv zu werden, z.B. Polly und Bob (Nachbarschaftsarbeit), Spielwagen e.V. (Kinderarbeit), Plusnull e.V. (Künstlernetzwerk).

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Was soll geschaffen werden?

Kultur und Soziales müssen einen Raum haben, wo sie benötigt werden: mitten im Kiez!
Beiden Vereinen ist es wichtig, historische Bezüge und gewachsene Strukturen in die Neugestaltung des Hofes mit einfließen zu lassen und weiterhin sichtbar zu machen. Das meint sowohl die historische Entwicklung von Friedrichshain im 19. und frühen 20. Jahrhundert, in der der Gewerbehof eine prägende Rolle gespielt hat, als auch die lebensräumlichen Entwicklungen im Friedrichshain der letzten Jahrzehnte.
Diese Kontinuität soll auch durch die aktuell auf dem Hof ansässigen Träger gewährleistet werden. Neu zu schaffende Institutionen, die im Kulturhof aufgebaut werden, sollten daher durch die aktuellen Nutzer / Mieter betreut werden:

  • der namensgebende „Friedrichshainer Møbelturm“ ist als Aussichtsturm geplant, der zu bestimmten Zeiten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird
  • ein Kiezrestaurant, anteilig betreut durch Stadtraumnutzung e.V. und BUF e.V.
  • ein Kiezkiosk, betreut durch Stadtraumnutzung e.V. Werkstätten zur Nutzung durch BUF e.V. sowie für andere freie Künstler und Handwerker
  • ein Veranstaltungsraum im Keller, betreut durch Stadtraumnutzung e.V.
  • umfangreiche Räumlichkeiten für den lokalen Bildungsträger BUF e.V.
  • Künstlerwohnung / artist in residence
  • öffentlich begehbare Freiflächen für alle Anwohner
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Beispiele für Projekte, die auf dem Hof stattfinden

Die Projekte decken unterschiedlichste kulturelle Sparten ab und werden aus den Kapazitäten von BUF e.V. und Stadtraumnutzung e.V. sowie projektweise auch mithilfe regionaler Kulturförderung umgesetzt. Alle geplanten Projekte finden auf dem Hof und in den angrenzenden Räumen statt und sind innerhalb der Öffnungszeiten für die Öffentlichkeit frei zugänglich und nutzbar.

Ausstellung zur Geschichte des Samariterkiezes

Eine Ausstellung zur wechselhaften Geschichte des Samariterkiezes, bezieht sowohl Außen- als auch Innenräume ein und beinhaltet zahlreiche spielerische Elemente.

Kunstinstallation ROLLATOR versus KINDERRUTSCHE

Eine überdimensionale Installation in Form eines Rollators mit angeschlossener Rutsche spielt mit der Thematik des Generationenwechsels im Kiez. Sie ist zugleich Kunstobjekt, Spielzeug und Infopunkt.

Die Abendglockenkonzerte vom Turm

Dem abendlichen Glockenläuten oder Gebetsruf eines Muezzins vergleichbar erklingt vom Aussichtsturm aus täglich ein fünfminütiges Miniatur­konzert – angedacht als dauerhafte Bespielung des Kulturhofs.

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Die Nutzungskonzepte im Einzelnen

DER HOF

Begehbare Flächen

Von seiner baulichen Anlage und seiner Gestaltung her soll der Hof Passanten und Besucher zur öffentlichen Nutzung einladen und in seiner Ungewöhnlichkeit den besonderen Charakter des Kiezes unterstreichen.
Der Hof wird als öffentlicher Ort und Arbeitsplatz genutzt. Regel­mäßige Ausstellungen beziehen sowohl die Außen- als auch die Innenbereiche ein. Besuchern stehen verschiedene Bereiche zum gemütlichen Sitzen, Ausruhen und Zuschauen zur Verfügung. Kiezkiosk und Café gewährleisten die gastronomische Versorgung.
Ein wesentliches Merkmal des Hofes sind begehbare Plattformen und Brücken. Davon werden manche nur an einigen Tagen für kurze Zeit geöffnet, andere stehen jeden Tag zur Verfügung. Solche einzeln abschließbaren An- und Einbauten können angesichts der begrenzten Raumsituation die Nutzungsmöglichkeiten erweitern. Im Mittelpunkt könnte etwa eine große Brücke zwischen verschiedenen Aussichtsplattformen stehen – oder ein anderes prägendes Architekturelement.

Mögliche Anordnung verschiedener Plattformen:

  • Treppe zum Dach des Cafés als Überbau und Schallschutz über dem Eingangsbereich
  • Treppe vom Dach des Cafés zu Plattform 1 (erweiterter Balkon)
  • Brücke vom Dach des Cafes zum Dach des Pförtnerhauses.
  • Treppe zu Plattform 2 und Plattform 3.
  • Brücke quer über den Hof zur Aussichtsplattform auf dem Dach, alternativer Zugang zum Haus
  • Plattform 4 über dem Hofdurchgang, Zugang über eine abschließbare Leiter, ggf. auch Zugang zu Plattform 5 (erweiterter Balkon).

Als weithin sichtbares Element soll auf dem Dach ein stilisiertes leuchtendes Möbelstück angebracht werden – als Reminiszenz an die ehemalige Nutzung des Geländes durch eine Möbelfabrik.

Zusätzliche Einbauten

  • Stahlfundament in der Mitte des Hofes als variable Plattform für Installationen
  • Befestigungen für Fahnen und Banner, die periodisch ausgetauscht werden
  • Traverse an der großen Brücke für Scheinwerfer und hängende Installationen
  • Abschließbare Tore / Sperren vor den Zugängen zu den Plattformen und Brücken
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DAS CAFÉ „ZUM MØBELTURM“

Das Café „Zum Møbelturm“ ist das kommunikative Zentrum des Hofes und wird gemeinsam von den aktuellen Gewerbemietern des Hofes betrieben.
Die Bespielung des Cafés sowie die Gestaltung der Inneneinrichtung wird von Stadtraumnutzung e.V. in Abstimmung mit BUF e.V. umgesetzt. Um Speisen und Getränke anbieten zu können, wird eine für den Restaurant- und Kantinenbetrieb nutzbare Küche eingerichtet. Der Café- und Gaststättenbetrieb ist öffentlich.
Im Nachmittags- und Abendbetrieb werden an manchen Tagen in den Kellerräumen Veranstaltungen stattfinden. Hierfür sollte es im Idealfall die Möglichkeit einer kommunikativen / baulichen Verbindung zwischen dem Veranstaltungsraum im Kellergeschoss und dem Barbetrieb im Erdgeschoss geben, z. B. eine Durchsicht durch die Decke.
Sämtliche Ausstellungen und Veranstaltungen werden möglichst raumübergreifend konzipiert. In Kooperation mit Hof und Projektraum werden im Café Teile der Ausstellungen zu sehen sein und umgekehrt. Hierfür sollten Flächen für Präsentationen, Verankerungen für Banner und Installationen und andere bauliche Voraussetzungen geschaffen werden.
Aus Schallschutzgründen werden Außenterrassen und Dach des Cafés nur zu festgelegten Zeiten geöffnet. Im Bereich der Terrasse werden zudem im Vorfeld gesonderte Schallschutz-Maßnahmen getroffen wie Überbauung bestimmter Bereiche oder Bepflanzung von Sitzbereichen und Wänden..

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DER PROJEKTRAUM

Der Projektraum ist Teil des Cafés „Zum Møbelturm“ und steht als Multifunktionsraum den Mietern des Hofes und den ansässigen Vereinen für verschiedene Formen kultureller Nutzung zur Verfügung. Er trägt mit dem Café dazu bei, dass der Hof einen festen Platz als lebendiger Ort im Kiez bekommt. Hier sollen Nachbarschaftstreffen, Ausstellungen, Konzerte, Kinderfeiern und Filmabende stattfinden (s.u.). Die unterschiedlichen Veranstaltungen haben sowohl privaten (Proben, private Feiern), halböffentlichen (Vereinssitzungen, Workshops) als auch öffentlichen Charakter (Kegeln, Ausstel­lungen, Konzerte).
Neben der Bereitstellung von Arbeitsraum für örtliche Akteure soll der Projektraum vor allem Labor und Experimentierfeld mit Kiezbezug sein. Hier sollen künstlerische Formate ausprobiert werden, die sich gerade dadurch auszeichnen, dass sie Kunst und Musik im Wohnumfeld sinnvoll und ohne Störung der Nachbarschaft platzieren.
Eine eventuelle Lärmbelästigung durch Veranstaltungen und Besucher soll u.a. durch bauliche Maßnahmen vollständig vermieden werden. Die Lage des Projektraums im Kellergeschoss und die inhaltliche und räumliche Anbindung an das Café werden Laustärkeemissionen durch Besucher begrenzen: Der Zugang zum Projektraum erfolgt über das Café, zusätzlich ist der Eingangsbereich im Hof mit Überbauung versehen.
Auch Raucherbereiche für die Gaststätte und den Projektraum werden so angelegt, dass die Beeinträchtigung auf ein Minimum reduziert wird (d.h. im Innenbereich oder in einem extra abgeschirmten Terrassenbereich).
Der Projektraum dient vor allem der Vereinsarbeit und der Realisierung von freien Kunstprojekten. Durch günstige Mietkonditionen wird es möglich sein, die Räumlichkeiten unterschiedlichsten Projekten und Initiativen zur Verfügung zu stellen, ohne einem zu hohen wirtschaftlichen Verwertungsdruck zu unterliegen.
Die maximal anzunehmende Anzahl an Besuchern pro Veranstaltung beträgt 150 Personen, deren Anreise in der Regel per Fahrrad oder zu Fuß erfolgt.
Bei Veranstaltungen im Projektraum erfolgt der Ausschank sowohl über die Bar des Cafés als auch über eine kleine separate Bar im Projektraum selbst.

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